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Die Kurzfassung

  • Drei Funktionen, ein Prinzip: Projekt in ChatGPT, Projekt in Claude, Skill in Gemini. Jede nimmt Anweisungen und Dateien auf, die du nicht jedes Mal neu eingeben musst.
  • Custom GPTs und Gems sind keine Option mehr: Laut OpenAI lassen sich auf privaten Konten keine neuen GPTs anlegen, die Abschaltung ist angekündigt. Gems stellt Google auf privaten Konten ab dem 17. November 2026 auf Skills um.
  • Die Arbeit steckt im Briefing, nicht in der Einrichtung. Die dauert fünf Minuten, das Briefing einen Nachmittag.
  • Kostenlos geht es bei allen dreien, mit Grenzen bei Dateien und Anzahl der Projekte.

Das Briefing: einmal schreiben, überall einsetzen

Ein Briefing ist die feste Anweisung, die dein Assistent bei jedem Chat kennt: wer du bist, was er für dich tut, wie das Ergebnis aussieht und was er nie tun darf. Es hat fünf Teile. Drei davon, Rolle, Aufgabe und Format, nennt auch Google in seinen Tipps für Gems, dem Vorgänger der Skills; der fünfte ist mir wichtiger als alle anderen:

  • Rolle: für wen und in welchem Zusammenhang der Assistent schreibt. Davon hängen Ton und Fachbegriffe ab.
  • Aufgabe: was er tut und was nicht. Ein Assistent, der Entwürfe schreibt, die du prüfst, ist etwas anderes als einer, der entscheidet.
  • Stil: wie deine Texte klingen. Er kommt aus deinen echten Mails, nicht aus Adjektiven, sonst klingt jeder Assistent gleich.
  • Format: Länge und Aufbau des Ergebnisses. Sonst baust du jeden Entwurf um.
  • Tabus: was er nie tun darf. Ohne sie füllt er Lücken mit Erfundenem. Ein Beispiel: „Fehlt eine Information zu Preis, Termin oder Frist, schreib [KLÄREN] an die Stelle.“

Der Stil kommt aus deinen Mails

Den Stil leitest du aus fünf bis zehn echten Mails ab, mit einer festen Analyse-Anweisung, die wiederkehrende Gewohnheiten von Einzelfällen trennt und keine Namen, Daten oder Zusagen übernimmt. Im Test aus meinem Video zu E-Mails im eigenen Stil reichten schon drei Beispielmails aus drei verschiedenen Situationen. Das Ergebnis:

Stilregeln aus dem Test im Video

Professionell, aber locker. Kurze bis mittlere Sätze. Klar und sachlich, ohne schroff zu sein. Ein einfaches „Hi“ zur Begrüßung und ein Danke am Ende.

Auch so ein Ergebnis liest du einmal gegen: Nur weil die KI ein Muster beschreibt, gilt es nicht für jede Mail.

Vage oder konkret

Ob ein Briefing trägt, entscheidet fast immer die Genauigkeit:

VageKonkret
„Schreib freundlich und professionell.“„Kurze bis mittlere Sätze, sachlich, ohne schroff zu sein. Ein einfaches Hi zur Begrüßung, am Ende ein Danke.“
„Halte dich kurz.“„Höchstens fünf Sätze und genau eine nächste Handlung.“
„Nutze meine Vorlagen.“„Nimm Aufbau und Ton aus der Vorlage, aber keine Namen, Daten oder Zusagen daraus.“

Dazu legst du zwei, drei Vorlagen als Dateien ab: ein Angebot, das du gern verschickt hast, eine typische Antwort auf eine Anfrage, eine Absage. Mehr braucht der Assistent am Anfang nicht.

Du willst Briefing und Assistent nicht allein bauen? Im KI-Praxis-Sprint richten wir das gemeinsam für deine Aufgaben ein.

Zum KI-Praxis-Sprint

Drei Wege, derselbe Assistent

Was die drei Funktionen laut den Hilfeseiten der Anbieter können, Stand 25. Oktober 2026:

Projekt in ChatGPTProjekt in ClaudeSkill in Gemini
WoSeitenleiste, „Neues Projekt“Projekte in der SeitenleisteSeitenleiste „Anpassen“, dann „Skills“ und „Erstellen“
AnweisungenIn den Projekteinstellungen; gelten nur im Projekt und ersetzen dort deine allgemeinen AnweisungenProjektanweisungen je ProjektName, Beschreibung und Anweisungen; Gemini hilft auf Wunsch beim Formulieren
DateienFree 5, Go und Plus 25, Pro 40 je ProjektWissensdateien; bezahlte Pläne erweitern die Menge automatischZusammen mit dem Skill hochgeladen, bis 100 MB: Text, PDF, Bilder, keine Word-Dateien
Kostenlos?Ja, Projekte gibt es auch auf FreeJa, Free bis zu fünf ProjekteJa, ohne Google-AI-Abo, ab 18 Jahren
TeilenJa, auch auf Free, mit wenigen MitwirkendenNur in Team und EnterpriseNoch nicht; Google kündigt es für die kommenden Wochen an
GedächtnisWählbar: nur Projekt oder Standard-GedächtnisChats im Projekt teilen das ProjektwissenKein eigener Ordner: Du rufst den Skill in jedem Chat mit „/“ oder dem neuen Kürzel „@“ auf, aktive Skills nutzt Gemini auch von selbst

Quellen: OpenAI zu Projekten, Anthropic zu Projekten, Google zu Skills, Google zu Notebooks. Anthropic führt gerade schrittweise eine neue Version von Projekten ein, beginnend mit Claude Code; die Tabelle beschreibt die aktuelle Version im Chat. Gemini hat außerdem Notebooks: einen Ordner mit Quellen, eigenen Anweisungen und den Chats zu einem Thema, am nächsten an den Projekten in ChatGPT und Claude. In Deutschland verbindest du Gemini Notebook dafür einmal selbst mit Gemini. Für das Briefing reicht der Skill, für viele Unterlagen zu einem Thema passt das Notebook besser. Für die Arbeit heißt das: Das Briefing ist überall dasselbe, nur der Ort, an dem du es einträgst, unterscheidet sich. Wenn du den Anbieter wechselst, nimmst du Briefing und Vorlagen einfach mit.

Warum kein Custom GPT und kein Gem mehr

Viele Anleitungen empfehlen für den eigenen Assistenten noch einen Custom GPT. Das ist überholt. Laut OpenAI lassen sich auf privaten ChatGPT-Konten, also Free, Go, Plus und Pro, keine neuen GPTs mehr anlegen oder veröffentlichen; bestehende bleiben bis zur Abschaltung nutzbar. OpenAI hat angekündigt, Custom GPTs abzulösen, für Enterprise-Arbeitsbereiche zum 11. Dezember 2026, andere Pläne sollen folgen. Als Ersatz nennt OpenAI sogenannte Plugins und eine geplante Umzugshilfe.

Bei Gemini ist es ähnlich. Laut Google werden Gems auf privaten Konten am 17. November 2026 schreibgeschützt und am 17. Dezember 2026 entfernt. Google wandelt sie automatisch in Skills um; einige Dateiarten kommen dabei nicht mit, etwa Audio, Video und alte Office-Formate. Workspace-Konten folgen 2027.

Für dich als Einzelperson heißt das: in ChatGPT und Claude ein Projekt, in Gemini ein Skill. Beide nehmen dieselben Anweisungen und Dateien auf, beide gibt es ohne Abo, und du musst später nichts umziehen.

So richtest du es ein

  1. Beispiele sammeln

    Fünf bis zehn Mails oder Angebote, die du gern verschickt hast. Sie sind die Grundlage für den Stil.

  2. Stil ableiten lassen

    Die Beispiele mit einer festen Analyse-Anweisung in einen Chat. Das Ergebnis liest du gegen und streichst, was nicht stimmt.

  3. Briefing und Vorlagen hinterlegen

    Briefing als Projekt- oder Skill-Anweisung, zwei, drei Vorlagen als Dateien. Fünf Minuten.

  4. Mit drei echten Aufgaben testen

    Eine Anfrage, ein Angebot, eine Absage. Was daneben liegt, wandert als Regel ins Briefing.

Was der Assistent nicht kann

  • Er kennt nur, was drinliegt. Was nicht in Briefing oder Dateien steht, erfindet er im Zweifel. Deshalb das Tabu mit [KLÄREN].
  • Er prüft nichts. Namen, Zahlen und Termine liest du selbst gegen, jedes Mal.
  • Er verbindet keine Programme. Soll die Antwort automatisch aus dem Kontaktformular entstehen, brauchst du einen Ablauf, etwa mit n8n.
  • Er klingt nur so gut wie das Briefing. Woran man KI-Texte erkennt und wie du das vermeidest, steht im Ratgeber Texte im eigenen Stil.

Wo es nach zwei Wochen hakt

Aus der Arbeit mit Kunden kenne ich vier Stellen, an denen ein eingerichteter Assistent wieder nachlässt:

  • Der Stil driftet. Korrekturen passieren im Chat und landen nicht im Briefing. Die nächste Mail klingt wieder wie vorher.
  • Ein Assistent soll fünf Aufgaben können. Angebote, Absagen, Posts und Protokolle in einem Briefing ziehen in verschiedene Richtungen. Besser ist ein Assistent je Aufgabe.
  • Niemand prüft Namen und Zahlen. Der Entwurf klingt richtig, also geht er raus. Das Gegenlesen gehört fest in den Ablauf.
  • Im Team nutzt ihn jeder anders. Ohne Absprache, wer das Briefing ändert und wofür der Assistent da ist, hat bald jeder seine eigene Version.

Im KI-Praxis-Sprint bauen wir das für zwei, drei deiner Aufgaben, testen es in deinem Alltag und schärfen nach.

Häufige Fragen

Ein Custom GPT war eine eigene Version von ChatGPT mit festen Anweisungen, die sich veröffentlichen ließ. Ein Projekt ist ein Ordner mit Anweisungen, Dateien und Chats, nur für dich oder zum Teilen. Laut OpenAI lassen sich auf privaten Konten keine neuen GPTs mehr anlegen, und die Abschaltung ist angekündigt. Für den eigenen Assistenten ist das Projekt deshalb der richtige Weg.

Ja. Projekte in ChatGPT gibt es laut OpenAI auch auf Free, mit fünf Dateien je Projekt. Claude erlaubt auf Free bis zu fünf Projekte. Skills in Gemini gibt es laut Google ohne Google-AI-Abo, ab 18 Jahren. Grenzen gibt es bei Dateien, Nutzungsmenge und Anzahl der Projekte.

Rolle, Aufgabe, Stil, Format und Tabus. Der Stil kommt aus deinen eigenen Texten, nicht aus dem Kopf. Die Tabus sind der wichtigste Teil: nichts erfinden, fehlende Informationen markieren, keine Namen oder Zusagen aus Beispielen übernehmen.

In ChatGPT ja, Projekte lassen sich laut OpenAI auch auf Free teilen, mit wenigen Mitwirkenden. Bei Claude nur in den Plänen Team und Enterprise. Skills lassen sich laut Google noch nicht teilen, das soll in den kommenden Wochen kommen. Für Kunden ist meist der bessere Weg, ihnen Briefing und Vorlagen zu geben, damit sie ihr eigenes Projekt anlegen.

Das hängt von deiner Einstellung beim Anbieter ab, bei allen drei kannst du das Training abschalten. Bei ChatGPT gilt für Projekte laut OpenAI dieselbe Einstellung wie für normale Chats. Skills in Gemini setzen laut Google voraus, dass „Aktivitäten speichern“ eingeschaltet ist. Welche Schalter das sind, steht mit Quellen im Ratgeber „ChatGPT, Claude oder Gemini“. Was du überhaupt hochladen darfst, klärst du mit deinem Anwalt oder Datenschutzbeauftragten.

Nein. Der Assistent lebt in ChatGPT, Claude oder Gemini, du gibst ihm die Aufgabe von Hand. n8n brauchst du erst, wenn die Aufgabe automatisch ausgelöst werden soll, etwa bei jeder neuen Anfrage über dein Kontaktformular.

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