Keine Animationssoftware, kein Schnitt: Claude Code mit Opus 5.5 zeichnet jedes Bild in Python, erzeugt den Ton und exportiert ein fertiges Reel. Lukas testet einen kopierten Prompt und zwei eigene, darunter eine Kreidetafel-Animation, die nahtlos loopen soll.
Der erste Test ist bewusst geliehen: Lukas kopiert Ole Lehmanns Prompt für eine winzige Fabrik, die Sonnenuntergänge herstellt, Wort für Wort in Claude Code. Heraus kommt ein 20 Sekunden langes Reel im Papierschnitt-Stil mit Geräuschen, sehr nah an Oles Original. Ein Modell, das Bilder oder Videos erzeugt, ist nicht beteiligt: Claude schreibt Python-Code, der jedes Bild zeichnet, erzeugt die Geräusche ebenfalls im Code und setzt beides mit ffmpeg zusammen.
Danach wird es persönlich: ein Pixel-Art-Dungeon, in dem eine Fee als KI-Agent die lästigen Aufgaben erledigt, und eine Kreidetafel mit einer Strichfigur, die als Loop laufen soll. Beide Prompts folgen der Struktur des ersten. Unterwegs prüft Claude selbst Standbilder, findet Fehler wie zu kleine Figuren oder eine graue Schmiere statt einer Wolke und korrigiert sie vor dem Export.
Jeder Lauf dauerte zwischen einer halben und einer ganzen Stunde. Ganz perfekt ist nicht alles: Am Loop-Punkt der Kreidetafel stehen rund eine halbe Sekunde lang Standbilder, und den Ton kann Claude nicht hören, nur messen. Für drei Reels aus je einem Prompt ist das trotzdem stark. In einem seiner nächsten Projekte will Lukas testen, ob sich damit ein Faceless-YouTube-Kanal bauen lässt.
| Test | Stil und Geschichte | Selbst korrigiert | Mein Urteil |
|---|---|---|---|
| Sonnenfabrik | Papierschnitt, Oles Prompt unverändert: Arbeiter bauen einen Sonnenuntergang, ein Sternenglas kippt um | Figuren zu klein, Beine ragten aus der Kranführer-Kabine, Fabrikboden nachts kaum dunkler | Sehr nah an Oles Reel |
| Pixel-Dungeon | 16 Farben, sechsfach hochskaliert: ein Held mit blauen Haaren, drei Schleimmonster, eine Fee als KI-Agent | Schwerthand vor dem Gesicht, graue Schmiere statt Wolke, zu dichtes Leuchten der Fee | Mein Favorit |
| Kreidetafel-Loop | Eine Strichfigur zeichnet Brücke, Seilbahn und Boot, eine Kreide-Hand wischt alles weg | Geisterbild der Hand, Brückenreste nach dem Wischen, Ruder durch den Kopf | Loopt fast, vorn und hinten ein paar Millisekunden zu viel |
Je ein Standbild aus den fertigen 1080x1920-Clips, ohne Nachbearbeitung.



Alle drei Prompts folgen derselben Struktur. Ersetze die eckigen Klammern durch deine Geschichte, der Rest kann so bleiben.
Erstelle eine 20-sekündige Animation im Stil [Stil] über [Hauptfigur und Ort].
[Die Geschichte in vier bis sechs kurzen Sätzen: Ausgangslage, Hindernis, Wendung, Schluss.]
Stil: [Stil, Farben, Figuren]. Flüssige Bewegungen, ausdrucksstarke Figuren. Die Geschichte muss ohne Ton verständlich sein. Füge sanfte Geräusche hinzu: [welches Geräusch bei welcher Handlung]. Kein Sprecher, kein Titel am Anfang.
Erstelle die Animation komplett mit Code, richte alle nötigen Render-Werkzeuge ein und exportiere das fertige MP4 mit Ton in 1080x1920 im Hochformat 9:16 für Instagram Reels mit hoher Bitrate. Baue die Szenen für einen Handybildschirm und halte die Hauptaktion mittig, weg vom oberen und unteren Rand. Prüfe die Animation und behebe sichtbare Fehler vor dem Export.
[Optional für einen Loop: Das letzte Bild muss exakt dem ersten entsprechen. Prüfe das.]
Ja, aber ohne ein Modell, das Bilder oder Videos erzeugt. Claude schreibt Python-Code, der jedes Einzelbild zeichnet, erzeugt auch die Geräusche im Code und setzt beides mit ffmpeg zu einem MP4 zusammen. Im Test kamen so drei fertige 20-Sekunden-Reels in 1080x1920 mit Ton heraus.
Opus 5.5 in Claude Code mit Denkaufwand Extra High. Max war nicht nötig, und High hätte vermutlich auch gereicht. Einen Lauf mit Sonnet 5.5 nennt Lukas als möglichen weiteren Test.
Im Test zwischen einer halben und einer ganzen Stunde pro 20-Sekunden-Clip. Gut die Hälfte davon geht ins Einrichten, Planen und Schreiben des Codes, der Rest in Testbilder, Korrekturen, Ton und Export. Der zweite und dritte Lauf starteten dabei nicht bei null: Claude hatte sich aus dem ersten Lauf Notizen zum Aufbau gemacht. Steht das Skript einmal, dauert ein neuer Render nach einer Änderung nur noch etwa zwei Minuten.
Beim Kreidetafel-Loop stand der Kontext am Ende bei rund 434.000 Tokens. Das ist die Größe des Gesprächs am Ende, nicht der Gesamtverbrauch, denn Claude liest den bisherigen Verlauf bei jedem Schritt erneut. Die 600 Einzelbilder rendert ein Python-Skript auf deinem eigenen Rechner, das kostet keine Tokens. Tokens fallen für das Schreiben des Codes, das Ansehen der Testbilder und die Korrekturen an.
Ja. Claude rendert Testbilder direkt aus dem Skript, zoomt hinein und korrigiert, was nicht passt, etwa zu kleine Figuren oder Kreidereste nach dem Wischen. Am Ende prüft es auch Bilder aus dem fertigen MP4. Hören kann es den Ton nicht, es misst nur Pegel und Frequenzen. Ob die Mischung gut klingt, musst du selbst prüfen.
Im Test hat Lukas keine Zeile Code selbst geschrieben. Du beschreibst Geschichte, Stil und Format, Claude prüft, was auf dem Rechner schon installiert ist, richtet fehlende Python-Bibliotheken selbst ein und schreibt den Code. Für Änderungen hilft es, im Chat genau zu sagen, was anders werden soll, etwa Timing, Farben oder die Lautstärke eines Geräuschs.
Diese Seite nutzt eine redaktionelle Kapitel-Zusammenfassung. Die Untertiteldateien werden separat für YouTube gepflegt.
Niemand hat diese Clips von Hand animiert. Jeder entstand aus einem einzigen Prompt in Claude Code mit Opus 5.5. Den ersten Prompt hat Lukas exakt kopiert, danach zweimal Stil und Geschichte getauscht: Pixel-Art und eine Kreidetafel, die als Loop läuft. Am meisten überrascht ihn die Bandbreite, die aus jeweils einem Prompt herauskommt. Im Video zeigt er jeden Prompt und jedes Ergebnis.
Gearbeitet wird in Claude Code mit Opus 5.5, der Denkaufwand steht auf Extra High. Für solche Aufgaben hält Lukas das für die beste Einstellung. Max braucht es nicht, wahrscheinlich hätte sogar High gereicht, er wollte nur sichergehen, dass der Test nicht an der Einstellung scheitert.
Der erste Prompt stammt von Ole Lehmann, der das Ergebnis in seinem Reel vom 24. September gezeigt hat, und ist unverändert eingefügt: eine 20 Sekunden lange Animation einer winzigen Fabrik, in der Arbeiter eine Sonne übers Förderband rollen, den Himmel anmalen und die Sonne mit einem Kran an ihren Platz heben, bis ein umgekipptes Glas voller Sterne alles in Nacht verwandelt. Der wichtigste Teil steht am Ende: Die Animation soll komplett mit Code entstehen, Claude richtet sich die nötigen Render-Werkzeuge selbst ein und exportiert ein fertiges MP4 in 1080x1920 für Instagram Reels. Zum Start prüft Claude, was auf dem Rechner schon vorhanden ist: Python, ffmpeg und Grafikbibliotheken.
Claude rendert Testbilder an den wichtigsten Stellen der Geschichte und legt sie zu Übersichtsbögen zusammen. Das erste Urteil fällt selbstkritisch aus: Der Papierschnitt-Stil funktioniert, aber Figuren und Sternenglas sind in der Totalen zu klein, um sie auf dem Handy zu erkennen. Bevor Claude korrigiert, prüft es erst die zweite Hälfte. Danach zoomt es in einzelne Bilder und misst später die Tonpegel. Das Ergebnis ist ein 20-Sekunden-Reel mit Ton, ohne Sprecher und ohne Titelkarte, gezeichnet mit der Python-Bibliothek skia-python: handgeschnittene Kanten, eine generierte Papiertextur, weiche Schatten und Figuren mit Gelenken.
Das Reel läuft im Vollbild mit Ton. Lukas' Urteil: Das hat funktioniert, und zwar mit genau dem Prompt aus Oles Reel. Die Geschichte ist dieselbe, die Details weichen ab. Das ist normal: Derselbe Prompt liefert bei jedem Lauf ein etwas anderes Ergebnis, mal besser, mal schlechter.
Für den zweiten Test übernimmt Lukas die Struktur des ersten Prompts und tauscht Stil und Geschichte: Pixel-Art in 16 Farben, ein kleiner Held mit blauen Haaren, drei freundliche Schleimmonster mit Umschlag, Rechnung und Kalender. Der Held kämpft gegen das erste und wird müde, dann erscheint eine Fee und erledigt den Rest. Die Fee steht für einen KI-Agenten, der dir die lästige Arbeit abnimmt. Dieser Prompt ist deutlich detaillierter als der erste, bis hin zu Auflösung, Bildrate und den Wellenformen der Chiptune-Geräusche.
Dieser Lauf dauert eine Weile. Wieder prüft Claude Bild für Bild und benennt konkrete Fehler: Der Puff am Ende wird zu einer schmutzig grauen Dither-Wolke, und das Leuchten der Fee ist zu dicht. Beides korrigiert Claude vor dem Export. Der Ton wird auf -14 LUFS gebracht, ein gängiger Zielwert für Videos auf Social Media.
Alle Story-Beats sitzen, bis zum Schulterzucken des Helden, bevor er sich in die Hängematte legt, während die Fee im Hintergrund weiter Schleimmonster erledigt. Für Lukas ist das der Favorit und ein absoluter Knaller: 20 Sekunden, komplett animiert, mit Soundeffekten, nur aus Text. Ein möglicher nächster Test: dieselben Prompts mit GPT-6.
Der dritte Prompt testet zwei Dinge auf einmal: einen ganz anderen Stil und einen nahtlosen Loop. Eine kleine Strichfigur löst jedes Hindernis, indem sie die Lösung selbst zeichnet: eine Brücke, eine Seilbahn, ein Boot. Oben angekommen wischt eine gezeichnete Hand mit einem Schwamm die Tafel leer, die Figur zeichnet sich eine neue Tür und verschwindet. Solche Kreidetafel-Stile findet Lukas zum Beispiel für Faceless-YouTube-Kanäle mit Erklärvideos interessant.
Dieser Lauf dauerte am längsten, rund eine Stunde, womöglich auch wegen Aussetzern bei Claude an diesem Tag. Überraschend ist die Tokenanzeige: Am Ende stand der Kontext bei rund 434.000 Tokens. Das liegt daran, dass Claude vor allem Python-Skripte schreibt und ausführt, das eigentliche Rendern passiert also außerhalb der KI. Als möglichen weiteren Test nennt Lukas dieselben Prompts mit dem am 28. September erschienenen Sonnet 5.5, sobald Werkzeuge und Prompt in einem Projekt eingerichtet sind.
Zuerst läuft der Clip einmal normal durch. Eine Stelle findet Lukas seltsam: Auch die wischende Hand ist eine Kreidezeichnung, eine echte Hand wäre lustiger gewesen. So stand es allerdings im Prompt. Danach schaltet er den Loop ein: Der Übergang sitzt fast, Lukas würde aber am Anfang und am Ende ein paar Millisekunden wegschneiden oder den Loop von Tür zu Tür laufen lassen. Claude selbst meldet, dass um den Loop-Punkt rund eine halbe Sekunde lang Standbilder stehen.
Lukas würde den Loop noch nachbessern, findet ihn aber schon jetzt ziemlich gut, und ihn beeindruckt, was Claude allein mit Code baut. Eines seiner nächsten größeren Projekte: testen, ob sich ein Faceless-YouTube-Kanal nur mit Claude-Code-Animationen bauen lässt. Sein Content-Studio, über das er seine Inhalte auf Instagram, TikTok und weiteren Kanälen veröffentlicht, will er wahrscheinlich in einem der nächsten Videos zeigen.
Ich arbeite 1:1 mit Selbstständigen, Beratern, Coaches und kleinen Teams an praktischen KI-Workflows, Automatisierung und eigenen Tools.
Kostenloses Erstgespräch buchen