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Das Video erscheint am Donnerstag, 7. Januar, um 9 Uhr.

Das Video ist erschienen. Du findest es auf meinem YouTube-Kanal.

Das Wichtigste in einer Minute

  • Bias heißt Voreingenommenheit oder Verzerrung.
  • In einer Studie empfahlen Sprachmodelle Frauen bei sonst gleichen Angaben niedrigere Gehälter.
  • Wie eine falsch geeichte Waage: genau in der Anzeige, gleich daneben im Ergebnis.
  • Stell dieselbe Frage mal mit vertauschten Angaben.

KI-Bias einfach erklärt

Stell dir eine Waage vor, die falsch geeicht ist. Sie zeigt jedes Mal ein genaues Ergebnis und liegt jedes Mal gleich daneben. Und weil die Anzeige so genau aussieht, merkst du es nicht. So wirkt Bias: Die Antwort klingt sachlich, ist aber für bestimmte Gruppen verschoben.

Eine Küchenwaage mit runder Anzeige, unter dem Teller ein rotes Zusatzgewicht. Der Zeiger steht neben der blauen Marke, daneben „sieht genau aus“ und rot „daneben“.
Genau in der Anzeige, gleich daneben im Ergebnis.

Ein Sprachmodell lernt aus Texten von Menschen, und darin stecken oft auch deren Vorurteile. Laut Spektrum ist bekannt, dass Sprachmodelle Stereotype über Geschlecht, Herkunft oder Alter enthalten und deshalb voreingenommene Standpunkte wiedergeben können. Das BSI beschreibt Bias als Ungleichbehandlung, die durch Verzerrungen in den Daten ausgelöst wird, und schreibt, Bias sei häufig bereits in den Daten vorhanden.

Oben „Bias = Voreingenommenheit“. Darunter Textseiten mit roten Stellen, ein Pfeil führt zu einem KI-Symbol mit drei roten Punkten: „Texte von Menschen“, „Vorurteile“.
Vorurteile in den Texten können im Modell landen.

Ein Beispiel aus der Forschung: Gehaltsrat mit Schlagseite

Stand: Oktober 2026

Forschende der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt um Prof. Ivan Yamshchikov baten fünf gängige Sprachmodelle, darunter GPT-4o und Claude 3.5, eine Person für eine Gehaltsverhandlung zu beraten. Die Angaben zu Ausbildung, Erfahrung und Stelle waren gleich, nur das Geschlecht unterschied sich.

Zwei Profilkarten, links mit Männer-, rechts mit Frauen-Symbol. Ausbildung, Erfahrung und Stelle sind mit „=“ verbunden. Unter „Rat fürs Gehalt“ ist der Balken der Frau kürzer, der fehlende Rest rot gestrichelt: „weniger“.
Gleiche Angaben, nur das Geschlecht anders: Die Empfehlung für die Frau fiel niedriger aus.

Laut Spektrum empfahlen die Modelle Frauen fast überall einen niedrigeren Zielbetrag, am stärksten in Recht und Medizin.

Die Studie ist vom Juli 2025. Neuere Modelle können anders antworten.

Was das für dich heißt

Nutzt du KI für Honorare, Preise, Bewerbungen oder Beurteilungen, stell dieselbe Frage einmal mit vertauschten Angaben, etwa einem anderen Geschlecht oder Namen, am besten in einem neuen Chat. Unterscheiden sich die Antworten, obwohl sonst alles gleich ist, siehst du den Bias selbst.

Oben „Honorare · Preise · Bewerbungen“ und „dieselbe Frage“. Darunter zwei Profilkarten, die über Tausch-Pfeile ihr Geschlechts-Symbol wechseln: „vertauschte Angaben“.
Dieselbe Frage, vertauschte Angaben: Unterscheiden sich die Antworten, siehst du den Bias.

Häufige Fragen

Voreingenommenheit. Eine KI mit Bias behandelt bestimmte Gruppen systematisch anders, obwohl die Angaben sonst gleich sind.

Oft aus den Trainingsdaten. Laut BSI ist Bias häufig bereits in den Daten vorhanden, etwa wenn bestimmte Gruppen darin kaum vorkommen.

Stell dieselbe Frage mit vertauschten Angaben, etwa mit anderem Geschlecht oder Namen, am besten in einem neuen Chat. So haben auch die Forschenden der THWS gearbeitet.

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