Texte mit KI schreiben, ohne nach KI zu klingen
Ein Text kann sauber formuliert sein und trotzdem nach niemandem klingen. Wer dich kennt, merkt das sofort. Hier steht, woran man KI-Texte erkennt und wie deine Mails, Angebote und Posts trotzdem nach dir klingen.
Die Kurzfassung
- KI klingt nach KI, wenn sie raten muss. Dann füllt sie die Lücken mit Durchschnitt.
- Das Wichtigste sind Texte, die du selbst geschrieben hast. Daran erkennt die KI, wie du typischerweise schreibst.
- Starte mit deiner eigenen Rohfassung, diktiert oder in Stichpunkten, statt mit einem leeren Prompt.
- Lies zum Schluss selbst: Stimmen die Fakten, stimmen die Zusagen, klingt es nach dir?
Woran man KI-Texte erkennt
Mir fallen vor allem drei Dinge auf: Die Texte sind immer ähnlich aufgebaut. Sie klingen generisch, so als hätte kein Mensch dahintergesessen. Und es tauchen immer wieder dieselben Floskeln auf. Vor allem aber klingen sie nicht nach den eigenen Mails. Wer dich kennt, merkt das.
Die Wikipedia-Autoren, die KI-Texte aufspüren, haben typische Muster in einem eigenen Leitfaden gesammelt, unter anderem:
- Kleinigkeiten werden zu „entscheidenden“ oder „wegweisenden“ Momenten aufgeblasen.
- Werbesprache, auch dort, wo sie nicht hingehört.
- Vage Zuschreibungen wie „Experten sagen“, ohne zu sagen, wer.
- Kontraste zu einer Behauptung, die niemand aufgestellt hat: „Nicht nur …, sondern auch …“
- Auffällig oft Aufzählungen mit genau drei Punkten.
- Schablonen zum Schluss, etwa „Trotz dieser Herausforderungen …“
- Viel Fettdruck, Listen und Emojis als Gestaltung.
Für deutsche Texte nennt t3n unter anderem die Konstruktion „nicht …, sondern …“, Floskeln wie „aufs nächste Level heben“ und auffällig viele Wenn-dann-Sätze. Dazu den langen Gedankenstrich in Aufzählungen, wo man im Deutschen eher einen Bindestrich setzt. Den streiche ich in meinen eigenen Texten grundsätzlich.
Wichtig: Kein einzelnes Merkmal beweist etwas. Auch Menschen schreiben so, und KI-Detektoren liegen laut t3n immer wieder daneben. Für deine Texte zählt ohnehin etwas anderes: Sie sollen nach dir klingen.
Warum KI so klingt
Eine KI schreibt ihre Antwort Stück für Stück, Token für Token, und wählt dabei, was nach ihrem Training am wahrscheinlichsten als Nächstes kommt. Fehlen ihr deine Fakten und deine Beispiele, landet sie beim Durchschnitt aller Texte, die sie kennt. Genau das liest man dann: glatt, höflich, austauschbar.
Ein besserer Zauber-Prompt hilft da wenig. Was hilft: die KI weniger raten lassen.
So klingt es nach dir
So arbeite ich selbst mit KI, wenn ich Mails, Angebote oder Posts schreibe:
Gib der KI Texte, die du selbst geschrieben hast
Das ist für mich der wichtigste Schritt. An echten eigenen Mails, Angeboten oder Posts erkennt die KI, wie du typischerweise schreibst: wie du anfängst, wie lang deine Sätze sind, wie direkt du Bitten formulierst. Am besten drei Texte aus verschiedenen Situationen.
Starte mit deiner Rohfassung
Ich diktiere oft einfach drauflos oder schreibe Stichpunkte runter. Die KI macht daraus einen sauberen Text, aber Gedanken, Fakten und Reihenfolge kommen von mir. Kläre vorher: Was kannst du zusagen, was musst du erfragen, was darfst du nicht versprechen? Ein leerer Prompt wie „Schreib eine Mail an …“ liefert dagegen Durchschnitt.
Speichere deinen Stil
Damit du das nicht jedes Mal neu erklärst, machst du aus deinen Beispielen ein kurzes Stil-Briefing und speicherst es als feste Vorgabe, etwa in einem Projekt oder in den gespeicherten Anweisungen deines Tools. Den Prompt dafür findest du direkt hier drunter.
Lies selbst, bevor es rausgeht
Stimmen die Fakten? Stimmen die Zusagen? Klingt es nach dir? Die zweite Frage ist die wichtigste: Eine einzige Formulierung kann dich zu etwas verpflichten, das du noch gar nicht entschieden hast. Und alles, was genauso in jedem anderen Text stehen könnte, fliegt raus.
Der Prompt für dein Stil-Briefing
Füge drei eigene Texte ein und lass daraus die Stilregeln ziehen. Die Fakten der neuen Mail gibst du danach getrennt dazu:
Analysiere die folgenden Beispielmails. Beschreibe ihren Schreibstil: Förmlichkeit, Satzlänge, Anrede, Grußformel, Direktheit und wie Bitten und Grenzen formuliert werden. Gib mir ein kurzes, wiederverwendbares Stil-Briefing. Trenne wiederkehrende Stil-Gewohnheiten von einmaligen Details. Übernimm keine Namen, Daten oder Zusagen in die Stilregeln.
Namen, Daten und Zusagen gehören nicht ins Briefing, sonst taucht eine Frist aus einem Beispiel plötzlich in einer fremden Antwort auf. Lies das Briefing einmal selbst durch, bevor du es speicherst.
Für Mails, Angebote und Posts
Was du der KI je nach Text mitgeben solltest:
- Mails: die Fakten, also Termin, Frist und offene Punkte, und zwei, drei echte Mails von dir als Vorlage.
- Angebote: Leistung, Umfang, Preis, Termin und was nicht enthalten ist. Als Vorlage dienen deine früheren Angebote. Bei der Prüfung zählen die Zusagen doppelt.
- Posts: deine Aussage, ein konkretes Beispiel aus deiner Arbeit und Posts, die du selbst geschrieben hast.
Kurz getestet
In einem Video habe ich das mit ChatGPT an erfundenen Kundenmails getestet. Schon die erste Antwort war brauchbar, weil die Fakten im Prompt standen. Mit einem Stil-Briefing aus drei Beispielmails wurde die zweite Version kürzer und konkreter. Und ein deutsches Beispiel hat für eine brauchbare englische Mail gereicht.
Häufige Fragen
An Mustern: ein immer ähnlicher Aufbau, generische Formulierungen, dieselben Floskeln, Kontraste wie „nicht nur …, sondern auch …“. Ein Beweis ist keines davon, auch Menschen schreiben so. Am deutlichsten merken es Leute, die dich kennen: Der Text klingt nicht nach dir.
Mit Texten, die du selbst geschrieben hast. Drei Beispiele aus verschiedenen Situationen reichen für ein Stil-Briefing. Speichere es als feste Vorgabe, etwa in einem Projekt, damit du es nicht jedes Mal neu erklären musst.
Indem du die KI weniger raten lässt: eigene Rohfassung, echte Fakten, eigene Texte als Vorlage. Zum Schluss liest du selbst und streichst alles, was genauso in jedem anderen Text stehen könnte.
Ja, wenn du die Fakten vorgibst: Leistung, Umfang, Preis, Termin und was nicht enthalten ist. Nimm frühere Angebote als Vorlage und prüf den Entwurf vor allem darauf, wozu er dich verpflichtet.
Als Beweis taugt keiner. Laut t3n stufen Detektoren menschliche Texte teils als KI ein und KI-Texte teils als menschlich. Wichtiger als jedes Prüfergebnis ist, ob der Text nach dir klingt.
Quellen
Abgerufen am 8. Oktober 2026.
Passt dazu
Du willst Texte, die nach dir klingen, ohne jedes Mal neu anzufangen?
Ich arbeite 1:1 mit Selbstständigen, Beratern, Coaches und kleinen Teams an ihren echten Aufgaben. Das Erstgespräch ist kostenlos, dauert 15 Minuten und ist kein Verkaufsgespräch.
Kostenloses Erstgespräch buchen