Ein Song kam deutlich besser raus, als ich es von einem kostenlosen Tool erwartet hätte. Fast alles drumherum nicht.
Ich habe ACE Music getestet, einen kostenlosen KI-Musikgenerator auf Basis des quelloffenen Modells ACE-Step 1.5. Die Frage war simpel: Kann das Suno ersetzen?
Kurze Antwort: noch nicht. Aber ein Ergebnis hat mich ehrlich überrascht.
Interessant ist schon das Argument des Teams selbst. Die meisten KI-Musikplattformen sind geschlossene Systeme: ein Modell, eine App, ein Unternehmen kontrolliert den Zugang. Ändert sich das Modell oder wird der Zugang abgedreht, ist deine Arbeitsgrundlage über Nacht weg. Ein offenes Modell löst genau das, und ACE-Step kommt vom selben Team wie die Cloud-Oberfläche.
Im Simple Mode funktioniert es am besten. Mein erster Prompt kam auf Tschechisch zurück, weil ich die Sprache nicht klar genug vorgegeben hatte. Nach dem Zusatz „in English language“ lieferte der zweite Versuch einen Song, den ich für ein kostenloses Tool erstaunlich gut fand. Die Lyrics waren generisch, der Track selbst hat aber gesessen.
Alles darüber hinaus war schwächer. Die Instrumentals hatten Akkorde, die dort nicht hingehören, und das auch mit sauberen Vorgaben zu Länge und Tempo. Für YouTube-Hintergrundmusik war nichts davon brauchbar. Eigene Lyrics, Edit und Remix waren unzuverlässig, und der Download- und Upload-Weg hat mehr gestört als geholfen. Drag-and-drop aus der Bibliothek hat schlicht nicht funktioniert.
Eine Sache, die unabhängig vom Tool gilt: Lyrics würde ich nicht im Musikgenerator schreiben lassen. Vorher in Claude oder ChatGPT texten und dann einfügen liefert bessere Ergebnisse. Bei Suno mache ich es genauso.
Während des gesamten Tests war die Cloud-Version kostenlos und ich bin an kein Tageslimit gestoßen. Allein deshalb lohnt sich ein Blick. Prüf die aktuellen Bedingungen aber selbst, bevor du etwas veröffentlichst.
| Modus | Ergebnis | Was passiert ist |
|---|---|---|
| Simple Prompt | Funktioniert | Der einzige Modus, der geliefert hat. Zweiter Versuch ergab einen richtig guten Track. |
| Instrumental | Noch nicht | Fremde Akkorde im Stück, auch mit klaren Vorgaben zu Länge und BPM. Für Hintergrundmusik unbrauchbar. |
| Eigene Lyrics | Unzuverlässig | Der vorgegebene Text wurde nicht verlässlich übernommen. |
| Edit & Remix | Unzuverlässig | Ergebnisse waren über mehrere Versuche nicht reproduzierbar. |
| Download / Upload | Umständlich | Drag-and-drop aus der Bibliothek funktionierte nicht, Umwege über Rechtsklick und Konvertierung nötig. |
| Preis | Kostenlos | Cloud-Version im Test gratis, kein Tageslimit erreicht. Bedingungen selbst prüfen. |
ACE Music ist zum Zeitpunkt meines Tests kostenlos nutzbar und basiert auf dem Open-Source-Modell ACE-Step 1.5. Als vollwertiger Suno-Ersatz hat es bei mir aber nicht funktioniert: Der Simple Mode lieferte einen überraschend guten Song, Instrumentals, Lyrics-Steuerung, Edit und Remix waren dagegen unzuverlässig.
Während meines Tests konnte ich die Cloud-Version von ACE Music kostenlos nutzen und bin an kein Tageslimit gestoßen. Prüf die aktuellen Bedingungen aber selbst, bevor du dich für produktive Arbeit darauf verlässt.
ACE-Step 1.5 ist ein quelloffenes KI-Modell zur Musikgenerierung. ACE Music ist die Cloud-Oberfläche, die vom selben Team stammt und die ich in diesem Video getestet habe. Weil das Modell offen ist, kann man es auch lokal auf dem eigenen Rechner betreiben.
Nach meinem Test noch nicht. Die instrumentalen Ergebnisse enthielten Akkorde, die dort nicht hingehören, und klangen auch mit präzisen Vorgaben zu Länge und BPM nicht sauber genug für Hintergrundmusik unter gesprochenem Text.
Mein erster Prompt hat die Sprache nicht eindeutig genug vorgegeben. Erst der explizite Zusatz „in English language“ hat dafür gesorgt, dass der nächste Versuch englische Lyrics erzeugt hat. Wer eine bestimmte Sprache will, muss sie klar benennen.
Nach meiner Erfahrung nicht. Die Textgenerierung in ACE Music war unzuverlässig. Sinnvoller ist es, die Lyrics vorher in einem Sprachmodell wie Claude oder ChatGPT zu schreiben und sie dann einzufügen. Bei Suno mache ich es genauso.
Deutsche Zusammenfassung der zwölf Kapitel. Das Originalvideo ist auf Englisch, die Zeitmarken springen direkt an die passende Stelle. Das vollständige englische Transkript findest du auf der englischen Version dieser Seite.
Das Team hinter ACE Music argumentiert offensiv gegen geschlossene KI-Musikplattformen: Ein Unternehmen kontrolliert Modell und Zugang, und wenn sich daran etwas ändert, ist die eigene Arbeitsgrundlage über Nacht weg. Ihre Antwort darauf ist ein offenes Modell, das man kostenlos in der Cloud oder lokal nutzen kann. ACE-Step 1.5 stammt vom selben Team, das ist kein zugekauftes Fremdmodell.
Getestet wird ausschließlich die Cloud-Version ohne Installation. Die lokale Variante bekommt ein eigenes Video. Der Login läuft per E-Mail mit Einmalcode oder über Google, danach landet man in einer Oberfläche mit Trending- und Latest-Bereich.
Erster Versuch mit einem simplen Prompt: eine energiegeladene Pop-Hymne über das Kündigen eines Abos und den Wechsel zu etwas Kostenlosem. Wie bei Suno erzeugt ACE Music zwei Varianten pro Durchlauf. Passenderweise genau das Thema, um das es hier geht: bezahlte Tools durch freie ersetzen.
Das Ergebnis kam in einer Sprache zurück, die eindeutig kein Englisch war. Eine Prüfung ergab: Tschechisch. Inhaltlich hatte der Text zudem nichts mehr mit dem Abo-Thema zu tun. Für den nächsten Versuch kam der explizite Zusatz „in English language“ in den Prompt, damit klar ist, in welcher Sprache gesungen werden soll.
Mit der klaren Sprachvorgabe kam ein englischer Song heraus, der stellenweise an George Ezra erinnert. Die Lyrics sind generisch, der Synth-Lead diskutabel, aber der Track als Ganzes funktioniert überraschend gut. Das ist das eine Ergebnis des Tests, das ich wirklich behalten würde.
Die tschechischen Lyrics lagen vermutlich am Prompt selbst: Formulierungen wie „triumphant“ oder „big satisfying chorus“ haben das eigentliche Thema überlagert. Wichtiger Praxishinweis daraus: Lyrics gehören nicht in den Musikgenerator. Vorher in Claude oder ChatGPT schreiben und dann einfügen. Bei Suno ist es dasselbe Muster.
Zweiter Test über den Custom-Tab: Instrumental für einen YouTube-Kanal, zurückhaltende Corporate-Tech-Musik ohne dramatische Spitzen, loopbar, exakt 180 Sekunden. Als Tempo 100 BPM, weil darunter alles zu schleppend wirkt und darüber die Musik mit der Sprache konkurriert. Also präzise Vorgaben statt vager Stimmungsbeschreibung.
Die Instrumentals sind klar schwächer als bei Suno. Auch nach einem Durchlauf mit der eingebauten Prompt-Verbesserung blieben Akkorde im Stück, die dort nicht hingehören. Das lässt sich nicht mehr mit schlechtem Prompting erklären, deshalb waren die Vorgaben bewusst einfach gehalten.
Dritter Test mit vorbereiteten Lyrics inklusive Strophen- und Refrain-Struktur, um zu sehen, ob ACE Music den vorgegebenen Text tatsächlich übernimmt. Genau hier zeigt sich, wie viel Trial and Error nötig ist, um verlässlich das Ergebnis zu bekommen, das man im Kopf hatte.
Der Workflow steht sich selbst im Weg. „Drag from library“ funktionierte nicht, Rechtsklick war teils blockiert, der Download landete als MP4 und musste erst zu MP3 konvertiert werden. Auch der Umweg über eine hochgeladene Datei brachte den Edit nicht zum Laufen, obwohl nur eine einzelne Strophe ausgetauscht werden sollte.
Unterm Strich: ein sehr gutes Ergebnis aus dem Simple Mode, danach überwiegend Fehlschläge, und die Instrumentals klangen meist schlecht. Anschauen lohnt sich trotzdem, weil es aktuell komplett kostenlos und quelloffen ist. Die lokale Version und alternative Oberflächen anderer Entwickler könnten die Ergebnisse zusätzlich verbessern.
Zum Abschluss läuft der Track aus dem Simple Mode in voller Länge. Das ist das Ergebnis, das den Test für mich gerettet hat.
Ich arbeite 1:1 mit Selbstständigen, Beratern, Coaches und kleinen Teams daran, wiederkehrende Arbeit mit KI zu ersetzen. Das Erstgespräch ist kostenlos, dauert 15 Minuten und ist kein Verkaufsgespräch.
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